Jürgen Schötz

Jürgen Schötz (Schlagzeug)1703 musiziert Johann Sebastian Bach in Arnstadt. Er wird die Brandenburgischen Konzerte komponieren.

254 Jahre später werde ich in Arnstadt geboren und schon in der zweiten Klasse weiß ich, dass ich trommeln will. Laut. Am liebsten im Spielmannszug ...

1971 dann endlich darf ich im Jugendblasorchester die kleine Trommel spielen.

1972 treffe ich im Chema-Kulturhaus Arnstadt zum ersten Mal Cäsar, den ich bewundere. Er bewundert meine Nickelbrille und trägt kurze Zeit später auch eine.
 
In jeder freien Minute spiele ich Schlagzeug, in den Sommerferien trampe ich, wohin man eben trampen kann als DDR-Bürger. Mein Lieblingsziel ist die Margareteninsel in Budapest.

 

1978 verlasse ich, noch langhaarig, Arnstadt und mache mich auf in die Welt ... nach Leipzig. Mit nachlassendem Interesse und Eifer studiere ich Mathematik. Mit wachsender Begeisterung absolviere ich gleichzeitig am Konservatorium Johann Sebastian Bach mein Drum-Studium.

1984 bin ich Diplom-Mathematiker und Profi-Musiker. Ich  versuche mich als Programmierer im VEB Datenverarbeitungszentrum, aber die Musik fesselt mich und ich habe keine Zeit mehr, einem „ordentlichen“ Beruf nachzugehen. Ich nehme weiter Schlagzeugunterricht bei Günther Kiesant, der mit dem DDR-Rundfunkorchester immerhin bis China fahren darf!
Ich probiere mich mich in den verschiedensten Bands aus, von Neue Deutsche Welle über Blues bis Jazz. Stationen: JET Merseburg, Ruck Zuck, Zenit, Jonathan Blues Band, Alex Blume, East Blues Experience.

1990 bin ich mit Robert Gläser das erste Mal zusammen im Studio. Wir haben sechs Wochen lang täglich 10 Stunden geprobt. Mit unserer Band Kashmir nehmen wir eine total geile CD auf ... die leider niemals erscheint.

1991 nehmen wir in Ostrava gemeinsam mit Cäsar, Monster und anderen eine RENFT-Platte auf. Wir sind sicher: Jetzt werden wir Popstars. Leider erscheint die CD nie ...
Danach spielen Robert und ich sogar vor Publikum – als „Cäsar & Band“ mit seinem Vater Peter Cäsar Gläser, dem Helden des Ostrock. Robert geht ab Ende 1992 andere Wege, was ich sehr bedaure. Ich bleibe bis 2003.

Gleichzeitig habe ich von 1991 bis 1993 ein festes Engagement beim Orchester „ Company of Music“ (mit Peter Rasym am Bass, jetzt bei den Puhdys). Wir spielen u. a. zur Operngala in Frankfurt/Main, mit Klaus & Klaus in der Grugahalle Essen und mit den Wildecker Herzbuben in Hamburg.

1995 sehe ich meinen Schlagzeug-Helden Bill Bruford mit King Crimson das erste Mal in Berlin spielen. Das Leben hat sich schon gelohnt!

Nach meinem Ausstieg bei Cäsar spiele ich bei Blank-Stromgitarrenmusik, Yoko, Queen II, ein Manfred Krug Programm beim Thomas Putensen Beat Ensemble (mit Günther Fischer und Georgi Gogow von City) und mit meinem langjährigen Freund Big Joe Stolle.

Außerdem springe ich kurzfristig bei RENFT, Monokel und Six ein. Ich spiele mehrere Platten, CDs und DVDs mit ein, u. a. für Cäsar, RENFT, Zenit, Alex Blume, Gerhard Schöne, Andre Herzberg von Pankow, Thomas Putensen Beat Ensemble ...
Im November Anfang 2010 steige ich bei den Polkaholix ein, fest davon überzeugt, dass ich dort noch lange Zeit die Polka trommeln werde.
Im März 2011 gehe ich mit mit der MS Europa auf Kreuzfahrt über den halben Globus. Natürlich als Schlagzeuger der Bordkapelle.

 

Dann Anfang April fragt Robert über Facebook an, ob ich Micha auf unbestimmte Zeit vertreten könnte.

Robert – mit dem ich schon vor 20 Jahren gespielt habe und mit dem es sooooo Spaß macht.

Nach langem Überlegen und Abwägen kündige ich schweren Herzens die Polka und steige unter der Sonne von Tonga Island via Facebook bei SIX ein.

 

 

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